RSP-Karneval - selbstgeschriebene Rollenspiele

Montag, 27. Februar 2012: jcgames

Das Februar Thema des RSP-Karnevals ist sehr interessant und da ich jetzt schon 2 selbstgeschriebene Rollenspiele gedruckt habe und an einem dritten nebenzu arbeite, will ich diesmal auch etwas zu diesem Umzug beitragen. Ich will ein paar Worte verlieren, wie ich, am Beispiel von SpacePirates, an das Design von etwas anderen Settings herangehe, über Regeln sind ja schon genug Worte verloren worden.

Schritt 1: Die Idee

Zuerst braucht man natürlich eine Idee für das Setting. Als ich damals mit SpacePirates anfing wollte ich ein SciFi-Rollenspiel schreiben, da ich gerade keine große Lust mehr auf Fantasy hatte. So war das grobe Genre schon mal festgelegt, dass es nicht bierernst werden würde, war mir auch klar. So überlegte ich hin und her was ich in den im Weltraum spielen wollen würde. Nachdem mir typische Helden zu langweilig vorkam, kam ich dann auf Piraten. Piraten im Weltraum hörte sich cool an und so fing ich an daran zu werkeln.

Schritt 2: Was machen die Charaktere

Der nächste für mich wichtige Schritt ist zu überlegen, was die Charaktere in diesem Setting denn so tun, was sind die typischen Abenteuer, wo sind sie, wenn sie gerade nicht mitten im Abenteuer sind. Diese Überlegung ist insofern extrem wichtig, da das Setting genau darum designt werden sollte. Ich will ja ein Setting für ein Rollenspiel schreiben und keine Weltbeschreibung.

Schritt 3: Die ersten Texte

Die ersten Texte sind bei mir immer sehr kompakt, oft sind es einfach auch nur Halbsätze oder Stichwortlisten, mit denen ich das gesamte Setting kompakt beschreibe. Sozusagen ein grobes Grundgerüst, das ich mit der Zeit erweitere. Wichtig ist für mich dabei, das ich mich nicht auf einen Teilaspekt konzentriere, sondern auch einfach zwischen Technologielevel, Rassen, Orte, usw. springe, ich notiere einfach alles und versuche dann im Nachgang dem ganzen eine Struktur zu verpassen und Widersprüche auszuräumen. Mit diesem Schritt habe ich für mich schon das Setting notiert und ich könnte darin losspielen.

Schritt 4: Ausformulierung

Sobald das Grundgerüst steht und die Widersprüche ausgeräumt sind, kann ich mich daran machen, einzelne Aspekte des Settings genauer auszuarbeiten. Um nicht zu ausschweifend zu werden hilft es mir immer, mich zu Fragen, ob das was ich schreibe auch relevant für das Setting und die Charaktere ist, die sich darin bewegen. Alles unwichtige ist nur unnützes gelaber und wird gestrichen. Für mich gilt bei einer Settingbeschreibung das alte Motto „Fakten, Fakten, Fakten!“.

Schritt 5: Spiele im Setting

Auch ein Setting verträgt Spieltests. So sieht man, was die Charaktere wirklich im Setting machen, welche Orte sie aufsuchen und was die Spieler für Fragen über das Setting stellen. In diesem Schritt entdeckt man auch immer mal wieder Ungereimtheiten, die beim blosen lesen nicht auffallen. Natürlich kann und sollte dieser Schritt gleichzeitig mit Schritt 4 ausgeführt werden. Man braucht kein komplett fertiges Setting um darin zu spielen, das Setting kann sich durch das Spielen darin auch weiterentwickeln.

Schritt 6: Ein Ende finden

Dieser Schritt hört sich einfacher an als er ist. Wieviel Rollenspiele scheitern daran, dass der Autor kein Ende findet, immer wieder an Stellschrauben dreht und irgendwann beginnt sich im Kreis zu drehen, bis er die Entwicklung frustriert aufgibt. Also muss man auch am Setting einmal einen Schlussstrich ziehen. Das Baby dein 1.0 nennen und stolz auf seine Arbeit sein.

Veröffentliche früh und oft

Entwickle dein Spiel und auch das Setting nicht im stillen Kämmerlein und nur mit einer exklusiven Testgruppe. Nein, veröffentliche Zwischenstände deines Settings sooft, wie es für dich sinnvoll erscheint. Ganz wichtig ist auch, das man das nicht erst tun sollte, wenn man nahe der 1.0 ist, sondern schon wesentlich früher, gerne schon bei Schritt 3. Klar wird man dadurch mehr Kritik einstecken, manche ist haltlos, aber manche ist auch sinnvoll.

So, das war es von mir zu diesem Thema des RSP-Karnevals. Die Liste aller Beiträge könnt ihr hier finden.

 

Geschrieben am Montag, 27. Februar 2012

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