Als Selbstverleger zum Millionär

Sonntag, 19. Juni 2016: jcgames

DorpTV hat mal wieder einen interessanten Podcast veröffentlicht: Das Geld und das Hobby. Ich nehme ihn jetzt einfach mal zum Anlass, um aus dem jcgames Nähkästchen zu plaudern und das möglichst konkret, am Beispiel des Lite Grundregelwerks.

Bei dem aktuellen Lite Grundregelwerk sind die reinen Kosten für den Buchdruck 5,50 EUR (DIN-A5 Softcover, 68 farbige Innenseiten) bei einer Auflage von 50 Stück. Somit muss ich 275,- EUR vorschießen und 28 Stück verkaufen (Verkaufspreis ist 10,- EUR) um nur den Druck zu refinanzieren. Für Layout und Lektorat muss ich zum Glück kaum Kosten kalkulieren, das Layout mache ich selber und das Lektorat bekomme ich für ein Belegexemplar. Wenn ich ein Exemplar noch selber behalten will, bleiben also 20 Bücher mit denen ich Gewinn erwirtschaften kann, also 200,- EUR. Weitere Produktionskosten hatte ich bei Lite keine, da ich keine Kosten für Bilder hatte.

Die 200,- EUR reichen aber nicht aus um die nächste Auflage von Lite zu finanzieren, also muss ich wieder Geld vorschießen. Also war entweder die Auflage zu klein oder das Buch zu günstig. Verkauft habe ich jetzt innerhalb eines Jahres 42 Stück, von daher war wohl die Auflagenstärke in Ordnung. Ich will meine Bücher immer 1 – 2 Jahren abverkauft haben. Der Buchpreis ist dann wohl zu niedrig angesetzt und hätte wohl bei 12,- EUR bis 15,- EUR liegen müssen, aber ob das jemand gezahlt hätte? Ich empfinde jedenfalls die 10,- EUR als passenden Preis.

Aber jetzt wird es noch unwirtschaftlicher, die 200,- EUR sind nur erwirtschaftbar, wenn ich auch alle Bücher zum vollen Preis verkaufe, aber das funktioniert in der Realität auch nicht. Davon gehen oft noch kostenlose Reziexemplare weg, was ich aber nicht mehr mache. Mit Lite habe ich aber beim Deutschen Rollenspielpreis mitgemacht und 7 Exemplare kostenlos eingereicht, bleiben noch 130,- EUR übrig. Dazu kommt noch, das ich ein paar Exemplare auch nicht direkt verkaufe, der Einkaufspreis für Händler ist bei Lite 8,- EUR. Um weiter konkret zu bleiben: 8 Bücher habe ich an Händler verkauft, bleiben noch 114,- EUR übrig.

Die Bücher verkaufen sich aber auch nicht von alleine, 90 % meiner Bücher verkaufe ich auf Cons, allen voran auf der RPC und der FeenCon. Zum Glück kostet mich auf beiden Veranstaltungen ein Stand nichts, dafür müsste ich aber noch Hotel und Anreise rechnen, aber beides rechne ich zu Privatvergnügen, da ich gern auf solchen Veranstaltungen bin.

Für SpacePirates sieht die Kalkulation etwas besser aus, da ich bei Lite absichtlich sehr knapp kalkuliert habe. Beim aktuellen SpacePirates Grundregelwerk liegen die Produktionskosten bei knapp 5,- EUR und ich verkaufe es zum 3-fachen Preis, mit dieser Kalkulation kommt man besser hin.

Zum Abschluss noch eine Grafik, die den jcgames Jahresumsatz zeigt. Die Produktionskosten (gelb) sind alle Kosten für die Bücher, Standmaterial (Banner, Visitenkarten, etc) und Versandkosten. Die gesamten Ausgaben (orange) beinhalten auch noch Hotelkosten und weiteres. Die grüne Linie sind die Einnahmen. Wie man sieht, schaffe ich es mit meiner Kalkulation die Produktionskosten zu decken und das ist mein Ziel, alles oben drauf ist Bonus.

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Geschrieben am Sonntag, 19. Juni 2016

Kommentare

Sonntag, 19. Juni 2016: Roger Teilzeithelden.de

Danke für diese sehr interessanten Einblicke in deinen Bereich!

Mittwoch, 22. Juni 2016: Krassling

Ich nehme an bei den Produktionskosten sind keine Arbeitskosten eingerechnet? Es handelt sich also nur um externe Produktionskosten.Michael sagt im DORPCast ja, dass man den fünffachen Produktionspreis für einen auskömmlichen Betrieb benötigt. Das scheint ja in deiner Rechnung auch eher nicht der Fall zu sein. Vermutlich lässt sich dieser Preis auch am Markt nicht erzielen.

Mittwoch, 22. Juni 2016: jcorporation

Genau, es handelt sich nur um externe Produktionskosten. Die Stunden, die ich daran gearbeitet habe, kann ich auch nicht beziffern. Ich kalkuliere normal die 2-3-fachen Produktionskosten als Endpreis. Aus der Spanne müssen dann auch die Bilder finanziert werden, zumindest in meiner Kalkulation. Deshalb habe ich Lite auch knapper kalkuliert. Mein Problem ist eben auch die geringe Auflagenzahl, aber diese passt eben zu meinen Abverkäufen, viel mehr zu produzieren lohnt sich also für mich auch nicht.

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