Die Böse Festung

Schließlich erreichen die Helden die Böse Festung, die Hauptstadt des Reiches und Sitz von De-Murgon. Derzeit herrscht dort De-Murgon XII. mit eiserner Faust. Die Festung stellt alle, die die Helden auf der Reise durch das düstere Land bisher gesehen haben in den Schatten. Die gewaltigen schwarzen Mauern scheinen das Licht geradezu aufzusaugen, um es nie wieder loszulassen. Bedrohlich ragen unzählige Türme mit spitz zulaufenden Zinnen in den Himmeln und scheinen dabei kein Ende zu nehmen. Hinter den wie Schießscharten schmalen Fenstern der Türme scheint bei Tag und Nacht flackerndes Licht. Auf jedem Turm weht die Fahne mit dem Wappen der De-Murgons: Ein blutrotes, senkrecht stehendes Schwert – Griff unten, Klinge oben – auf schwarzem Grund flankiert von zwei Dolchen der selben Farbe. Dahinter verläuft schräg ein weißes Band in die rechte obere Ecke. Überall auf den Wehrgängen sind Bewaffnete, die in den Wappenfarben der De-Murgons schwarz und rot gekleidet sind, zu sehen. Die Straße führt direkt auf das mächtige Burgtor, in dem das untere Ende eines schweren Fallgitters wie drohende Zähne über dem Weg hängt, hinter der Zugbrücke zu. Obwohl die Zugbrücke über den breiten und sehr tiefen Burggraben herabgelassen und das Fallgitter hochgezogen ist, ist das Tor geschlossen. Es besteht aus dicken, massiven, schwarzen Holzbalken, aus denen dunkle Gusseisenspitzen herausragen. In die rechte Torhälfte ist eine etwas mehr als mannshohe Tür eingelassen, in der sich wiederum ein vergittertes Guckloch befindet.

Auf De-Murgon werden immer Handlanger gebraucht, die für einen Hungerlohn von 1 KM pro Tag bereit sind, hart zu arbeiten. So können sich auch die Helden verdingen. Mindestens einer der Helden – nach Möglichkeit ein Gelehrter oder Magier – wird als Botengänger eingeteilt, die übrigen bei den Stallungen, als Handlanger an dieser oder jener Baustelle oder auch nur als Reinigungspersonal.

Die Neuankömmlinge werden von Hauptmann Jargon begutachtet. In deutlichen Worten stellt er klar, dass Faulheit, Unzuverlässigkeit oder Aufmüpfigkeit schwer bestraft werden. Ein Galgen ist auf der Bösen Festung immer frei.

Jargon, der Hauptmann

Jargon ist eine groß und stämmig gewachsene Gestalt. Er trägt grundsätzlich eine schwarze Kettenrüstung und einen schwarzen Helm. Er hat eine raue, dunkle Stimme und wirkt sehr autoritär.

Avinash, der Dunkelelfenmagier

Avinash ist der Dunkelelfenmagier an der Seite De-Murgons. Er strahlt eine boshafte Aura aus und spricht mit einem harten Akzent Edarisch. Avinash ist ein zwei Meter großer, schlanker Dunkelelf. Er kleidet sich in seidigen schwarzen Gewändern und einem langen ebenfalls schwarzen Mantel, der mit einer silbernen Fibel verschlossen wird, die mit Symbolen des Fehlerteufels verziert ist. Den Mantel zieren silberne Stickereien, die ihn als Magier ausweisen. Sein Gesicht wird unentwegt in einen undurchdringlichen Schatten gehüllt. In seinen Händen hält er einen Zauberstab aus schwarzem Oberonholz mit silbernem Knauf, den er wie einen Schlagstock hält. Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass in den Stab selbst feine magische Symbole geschnitzt wurden.


Arbeit auf der Bösen Festung

Je nach Tageszeit ist mal mehr und mal weniger Betrieb auf dem Innenhof der Festung und die Helden kommen eigentlich zu nichts, außer zu schuften.

Mögliche Aufgabengebiete

Dunkelelfen können die Helden aber während ihrer normalen Arbeit nicht erkennen. Der Turm Avinash wird gerade erbaut und ist schon zu dreiviertel fertig. Während manche Arbeiter noch die Steine aufeinander setzen fangen schon die Ersten an den Turm in schwarz zu streichen.
Die oberste Etage des Haupthauses ist Tabu für die Helden. In dieser Etage lebt De-Murgon selber und der Dunkelelfenmagier Avinash mit seinen Bediensteten, natürlich auch Dunkelelfen.

Januha, der Bibliothekar

Derjenige der Helden, der als Bote eingeteilt ist, kommt früher oder später auch mit einem Packen Formular in die Bibliothek, wo er die Papier abliefern soll. So trifft er auf Januha, den Bibliothekar und Gelehrten der Bösen Festung, der über die Bücher mit dem Helden ins Gespräch kommt und anfängt, ihm zu vertrauen, bis er dem Helden schließlich sagt, dass er mit ihm reden muss. Aber nicht sofort. Später vertraut Januha den versammelten Helden in einer dunklen Ecke der Festung, wo er sich sicher und unbeobachtet wähnt, an, dass er vermutet, dass Böses auf der Festung vor sich geht. Nicht nur Böses, wie es normal auf der Bösen Festung ist, sondern wirklich Böses. Er hat mitbekommen, dass De-Murgon XII. und Avinash, sein dunkelelfischer Verbündeter, ein dämonisches Ritual vorbereiten, das in zwei Monaten vonstatten gehen soll. Viel mehr mag Januha noch nicht sagen. Er möchte mit dem Gelehrten der Heldengruppe am nächsten Tag in der Bibliothek versuchen, Näheres herausfinden.


Die Verhaftung

Wenn die Helden zum Schlafsaal zurückkehren, werden sie schon von einer Übermacht Soldaten erwartet, die sie verhaften wollen. Der Anführer wird sich nicht auf Diskussionen einlassen, sondern nur seine Befehle ausführen. Diese lauten, die Mitglieder der Heldengruppe wegen Spionage festzunehmen und in den Kerker zu werfen. Die Helden werden relativ schnell jeder von zwei Mann festgehalten und abgeführt. Sollten sie sich wehren, haben sie sofort mindestens eine Klinge drohend am Hals sitzen.

Man führt die Helden in den unterirdischen Kerker. Die Helden werden weit unten, gemeinsam in eine kleine, muffige Zelle gestoßen. Sämtliches Hab und Gut wurde ihnen abgenommen. Die Zelle besteht aus grob behauenen Felsen und hat keine Einrichtungsgegenstände oder Lichtquellen, nur das Gitter in der Tür lässt etwas Licht hereinfallen. Die Helden können nun den einen oder anderen Fluchtversuch unternehmen, wenn sie wollen. Aber davon wird keiner von Erfolg gekrönt sein, wenn sie nicht eine besonders gute Idee haben.

In der Zelle

Nach einer unbestimmten Zeit – die Helden können höchstens sagen, dass es mittlerweile mitten in der Nacht sein muss, öffnet sich die Kerkertür und Avinash tritt ein. Er hat Kenntnis von ihrem Spitzeldasein und will wissen, was die Helden bereits alles über die Böse Festung und ihn in Erfahrung gebracht haben und was das Grenzreich noch alles geplant hat. Dabei geht er keineswegs vorsichtig vor und hat keine Skrupel seine magischen Fähigkeiten einzusetzen und der Heldengruppe klar zu machen, wer hier der Herr in der Bösen Festung ist.