Regeln für gutes Würfeln

Gutes Würfeln ist weder reine Glückssache, noch kann es erzwungen werden. Voraussetzung für gute Ergebnisse ist eine gute Beziehung zwischen einem Spieler und seinen Würfeln, wie auch beim Sport sollten sich beide Parteien fair verhalten. Die folgenden Punkte sind Richtlinien für faires Verhalten, um so beiden Seiten ein gutes Rollenspielergebnis zu gewähren. Falls ein Würfel sich allerdings als besonders unfair herausstellt, können auch Disziplinierungsmaßnahmen erforderlich werden. Diese sind aber besonnen zu wählen, um das Verhältnis zum widerspenstigen Würfel nicht endgültig zu vergiften. Vereinzelt gibt es aber auch ausgesprochen heimtückische Würfel, die sich trotz aller Anstrengungen bei ihrem Eigentümer guten Ergebnissen verschließen. In diesem Fall hilft nur noch, den Würfel im Beisein der anderen Würfel hinzurichten oder den Würfel an einen Mitspieler zu übergeben.

1. Aktionswürfel

Beim Aktionswürfelprinzip benutzt der Spieler für unterschiedliche Aktionen verschiedene Würfel. So könnte man z.B. ein Würfelpaar für den Kampf nehmen (Angreifer bevorzugen hier blutrote Würfel) und ein anderes Würfelpaar für Wissensfertigkeiten. So können sich die Würfel auf eine Aktion oder auf ein Gebiet spezialisieren, und ein Experte ist in seinem Fach bekanntlich besser als ein Alleskönner.

2. Besondere Würfel

Die Herkunft eines Würfels ist grundsätzlich egal, solange Würfel und Spieler gut zusammenpassen. Häufig sind die klassischen, einfachen Würfel anspruchsloser und haben weniger Macken als die bunten, exotischen Würfel, die oft zwar besser fallen, aber auch exzentrischer sind.

3. Einsen Wegwürfeln

Die Eins, besonders der Einserpasch, ist im Weltenbuch ein ausgesprochen schlechtes Ergebnis, sogar ein Patzer. Daher gibt es die Taktik, die Einsen vor dem eigentlichen Spiel wegzuwürfeln. Hierbei wird so oft gewürfelt, bis so viele Einsen gefallen sind, dass es fast unmöglich ist, noch mehr davon zu werfen.

4. Liebevolles Würfeln

Meist wird beim Rollenspiel in entscheidenden Situationen gewürfelt, dementsprechend sollte man seinen Würfel auch werfen. Gutes Durchschütteln und ein eleganter Wurf sind das Mindeste, was die eigenen Würfel an Respekt verdienen. Besonders das Schütteln bereitet den meisten Würfeln viel Freude, bei besonders wichtigen Situationen sollte man den Würfeln allerdings zusätzlich noch einmal versichern, wie sehr man ihnen vertraut.

5. Private Würfel

Die eigenen Würfel, besonders seine Glückswürfel, sollte der gewissenhafter Spieler niemals aus der Hand geben. In der Beziehung zwischen Spieler und Würfel ist ein gewisses Vertrauen erforderlich, dass durch das Verleihen gestört wird; die Würfel mögen es nicht und werden entsprechend fallen. Man sollte einen Würfel auch nicht für verschiedene Regelwerke benutzen, das verwirrt ihn nur.

6. Ruhestellung

Es ist sinnvoll, die Würfel immer mit der sechs nach oben abzulegen. Einige behaupten, dies läge daran, dass sich die Atome der Würfel unten absetzten und die Gewichtsverteilung die Chancen auf eine Sechs erhöhe. Dies stimmt aber nicht und diese Einstellung missachtet die Persönlichkeit eines Würfels. In Wirklichkeit gewöhnt sich der Würfel schlicht an diese Lage und möchte sie nicht mehr missen.

7. Stapeln

Ein anderes beliebtes Mittel, um den Würfel die Wartezeit zwischen zwei Einsätzen zu versüßen, ist der Würfelstapel. Hierbei werden die Würfel in einer geometrischen Formation angeordnet, wobei natürlich auf die korrekte Ruhestellung zu achten ist. Die Hauptwürfel stört es auch nicht, wenn sich Kollegen aus dem Würfelbeutel hinzugesellen.

8. Tagesform

Spieler und Spielleiter haben eine Tagesform, Würfeln geht es ähnlich. Sind sie einen Abend mal nicht so gut drauf, so sollte man dies respektieren. Je nach Vorliebe des Würfels sollte man entweder die schlechteren Ergebnisse akzeptieren oder ihm eine Ruhepause gönnen und für diese Sitzung auf ein Alternativpärchen ausweichen, die Originalwürfel erholen sich inzwischen am besten in ihrem Zuhause, dem Würfelbeutel.

9. Untergrund

Der Untergrund, auf dem gewürfelt wird, ist ebenso wichtig wie der Würfel selbst. Ideal sind schicke, mit grünem Filz überzogene Würfelbretter oder Pappschachteln, aber auf keinem Fall Unterlagen aus billigem Plastik – dagegen sind Würfel allergisch. Das Gleiche gilt auch für Würfelbecher.

10. Warmwürfeln

Wie auch Sportler, müssen sich Würfel aufwärmen, um eine Spitzenleistung zu erzielen. Manche Spieler verbinden das Warmwürfeln mit dem Einsen Wegwürfeln, diese Taktik ist allerdings umstritten; andere Spieler wärmen die Würfel auf, indem sie sie in ihren Händen reiben.

11. Würfelwahl

Die Wahl der Würfel ist ein entscheidender Faktor. Ein gewissenhafter Rollenspieler wählt niemals, aber auch niemals, einfach irgendwelche Würfel für einen Spieleabend. Korrekt ist es, sich einmal gute Würfel auszuwählen und mit diesen dann gute wie schlechte Zeiten durchzustehen. Die Würfel werden es einem danken.