Spielleiter

Der Spielleiter (kurz: SL) hat zwar die arbeitsintensivste Aufgabe im Rollenspiel, aber er spielt auch die wichtigste Rolle und hat die meisten Freiheiten und die größte Macht. Die Regeln gelten für ihn aber genauso wie für die Spieler, er sollte sich nur in Einverständnis mit dem Rest der Gruppe über eine Regel oder ein Würfelergebnis hinwegsetzen. Regeln sind sinnlos, wenn sie nicht für beide Parteien gelten, und wenn man die Würfel eh ignoriert, sollte man sie besser gar nicht erst benutzen.

Aufgaben des Spielleiters

Abenteuer vorbereiten

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Abenteuer vorzubereiten: Entweder, indem man selbst eins schreibt, oder, indem man ein fertiges Abenteuer an die Gruppe anpasst. Ob man die Abenteuer passend zu den Helden wählt oder die Helden passend zum Abenteuer ist Geschmackssache. Auf jeden Fall sollten Helden und Abenteuer zusammenpassen. Wenn die Spieler kampfstarke Helden erstellt haben, dann wollen sie vermutlich auch kämpfen. Am besten, man einigt sich in der Gruppe, welche Art Abenteuer man spielen möchte, die Regeln fördern allerdings vornehmlich epische und heldenhafte Abenteuer. Im Spielleiterkapitel gibt es unter dem Punkt „Abenteuer und Abenteuerdesign“ Hilfen und Anleitungen, um Abenteuer zu schreiben, die sowohl den Helden als auch dem Weltenbuch angepasst sind.

Spielabend leiten

Einen Spielabend zu leiten heißt nicht, den Alleinunterhalter zu spielen. Rollenspiel ist eine Gruppenaktivität, in der zwar dem Spielleiter eine wichtige Rolle zukommt, in der die Spieler aber ebenso wichtig sind. Der Spielleiter beschreibt anhand des Abenteuers die Situationen, wirft den Helden Stolpersteine in den Weg und spielt alle anderen Charaktere in der Welt. Er betreibt also ebenso Rollenspiel wie die Spieler, nur, dass er nicht nur einen Charakter spielt, sondern alle, die den Spielern über den Weg laufen. Idealerweise treiben die Spieler ein Abenteuer ebenso voran wie der Spielleiter.

Vorbereitet sein

Vorbereitet zu sein heißt, dass man die Regeln kennt. Das soll jetzt nicht heißen, dass man alle Tabellen und Regeln auswendig lernen muss, sondern eher, dass man die grundlegenden Regeln beherrschen und alle wichtigen Tabellen griffbereit haben sollte. Desweiteren sollte man mit dem Abenteuer vertraut sein, wenn man während einer spannenden oder actionlastigen Szene nachblättert, hemmt das den Spielfluss. Es ist meist besser zu improvisieren, als minutenlang etwas nachzuschlagen.

Flexibel sein

Flexibel zu sein heißt, auf die Vorlagen der Spieler einzugehen, ohne dabei den Plot des Abenteuers aus den Augen zu verlieren. Spieler werden immer Ideen haben, die nicht vom Abenteuer abgedeckt sind. Der Spielleiter sollte auf diese Ideen eingehen, viele Probleme lassen sich auf mehr Arten lösen, als das Abenteuer es vorgesehen hatte. Es heißt auch, es den Spielern zu gönnen, wenn sie einmal unglaubliches Würfelglück haben.

Kein Gott sein

Der Spielleiter hat zwar alle Fäden in der Hand, die Helden sind aber nicht seine Marionetten. Er muss sich ebenso an die Fakten und Regeln halten, wie die Spieler auch, und wenn diese ihn auf einen Fehler aufmerksam machen, sollte er ihn beheben und nicht leugnen. Es stimmt nicht, dass der Spielleiter immer recht hat – Spieler und Spielleiter sind beim Rollenspiel gleichberechtigt. Der Spielleiter entscheidet lediglich bei strittigen Fragen während des Spiels, damit es nicht zu langwierigen Diskussionen während des Abenteuers kommt; diese Diskussionen sind damit aber lediglich bis zum Spielende aufgeschoben, nicht aufgehoben. Spieler und Spielleiter müssen sich immer noch darauf einigen, wie man in Zukunft mit solchen Situationen umgehen soll.

Die Regeln befolgen

Der Spielleiter muss die Regeln ebenso befolgen wie die Spieler auch, gleiches Recht für alle. Dies gilt sowohl beim Bestimmen eines Mindestwurfs als auch beim richtigen Ablesen der Würfel. Wenn man ein Würfelergebnis nicht akzeptieren kann, sollte man gar nicht erst würfeln. Ebenso sollte man Mindestwürfe vor dem Würfeln festlegen, auch wenn man ihn geheimhalten will. Spieler wissen diese Ehrlichkeit zu schätzen, außerdem kann man offen würfeln und braucht sich nicht hinter einem Spielleiterschirm zu verstecken.